12. Juli 2019

50:50 beim ERP-Projekt: das Zusammenspiel von Anbieter und Kunde

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„Das ist schlimmer als Brexit, Trump und Handelskrieg“ – vielleicht haben Sie diese Woche diesen Artikel in der FAZ, der das Misslingen von ERP-Projekten (Gewinnrückgang, Lieferschwierigkeiten, Zeitverluste) thematisiert, gelesen und ähnliche Erfahrungen gemacht? Wir wissen zwar nicht, um welche Software und um welchen Anbieter es in dem Artikel geht, möchten den Anlass aber trotzdem nutzen, um den Gedanken aus dem Weg zu räumen, dass ERP-Anbieter alleine für den Erfolg eines Projekts verantwortlich sind.

Häufig werden Fehler für misslungene ERP-Projekte auf Seiten des Softwareanbieters gesucht. Damit machen es sich die Kunden und damit die Auftraggeber allerdings sehr leicht. Es ist schlichtweg falsch, zu glauben, dass mit der Bezahlung der Rechnungen des Anbieters die gesamte Arbeit auf Kundenseite erledigt ist. Unserer Ansicht nach ist ein solches Projekt vor allem Teamwork: ein Zusammenspiel von Anbieter und Kunde. Wir würden sogar von dem Verhältnis 50:50 sprechen – 50 % machen also die Mitwirkungsbereitschaft und -fähigkeit des Kunden aus.

Der Kunde muss Engagement zeigen und wissen, worauf er sich einlässt und was ein ERP-Projekt bedeutet. Es bedeutet nämlich zusätzliche Arbeit neben dem Tagesgeschäft. Die Mitarbeiter aller Abteilungen müssen neben ihrem regulären Tagesgeschäft dem Lösungsanbieter zuarbeiten, Funktionen testen, die Bedienung der Anwendung erlernen sowie Feedback geben. Die Einstellung muss an dieser Stelle passen und die Mitarbeiter müssen in der Lage sein, sich auf das Projekt einzulassen. Dies sollte im Interesse des Kunden liegen, denn nur so kann der Kunde am Ende des Projekts auch von einer Software profitieren, die genau seinen Vorstellungen und Ansprüchen entspricht.

Bei der Wahl des Anbieters ist neben harten Faktoren also wichtig, dass Sie menschlich mit dem potentiellen Anbieter zusammenpassen und ein gutes Team bilden können. Schließlich gehen Sie eine Kooperation ein, die regulär 10 – 15 Jahre lang andauert.

Zusammenfassend besteht ein erfolgreiches ERP-Projekt aus zwei wesentlichen Hauptfaktoren:

  • auf Kundenseite: mitmachen und Änderungen zulassen
  • auf Anbieterseite: zuhören und praxisgerecht umsetzen

Aus diesem Grund beginnt bei uns jede Softwareeinführung mit einem Kick-Off Meeting, das neben den organisatorischen Pflichten auch die Erwartungen aller beteiligten Personen beim Kunden thematisiert. Gleichzeitig dient das Kick-Off Meeting dazu, das notwendige Verständnis für die Herausforderungen und Voraussetzungen zu schaffen, so dass keine Missverständnisse entstehen und harmonierende Gruppen zusammenarbeiten.