Begriffe auf den Punkt gebracht

Kanban

Theo Technologiedolmetscher

Kanban ist neben Scrum eine agile Management-Methode, die ursprünglich aus der Produktionsplanung stammt, mittlerweile aber auch in vielen weiteren Branchen (z. B. Softwareentwicklung) angewendet wird. Ziel ist es, die Anzahl paralleler Arbeiten zu begrenzen und Probleme schneller sichtbar zu machen.

Die Menge an parallelen Aufgaben (Englisch: Work in Progress, abg.: WIP) wird limitiert. Dies erfolgt i. d. R. über Spalten-Limits. So dürfen beispielsweise nur fünf Tickets in der Spalte “Entwickeln” hängen. Dadurch wird bewirkt, dass Probleme nicht vor sich hergeschoben, sondern aktiv angegangen werden. Grundsätzlich sollten die Tickets möglichst durch das System “fließen” – Stichwort Flow. Wartezeiten oder Blockaden und damit alles, was den Flow behindert, sollte möglichst vermieden werden.

Vorgehen bei der Kanban-Methode

Schritt 1: Erstellung von Aufgaben
Zuerst werden die Aufgaben visualisiert – beispielsweise in Form von Haftnotizen (eine Karte pro Aufgabe) an einem Whiteboard. Es ist aber auch eine digitale Führung denkbar. Die Aufgaben werden zunächst in der linken Spalte “Backlog” gesammelt. Hier stehen alle Aufgaben, deren Bearbeitung noch nicht begonnen hat.

Schritt 2: Bearbeitung von Aufgaben
Je nach Status einer Aufgabe wird diese dann in die mittlere Spalte aufgenommen und auf dem Board von links nach rechts bis zu ihrer Fertigstellung verschoben.

Die mittlere Spalte ist nochmal in Spalten wie “Bereit”, “Entwickeln”, “Testen” und “Release” unterteilt. Wichtig ist, dass Kanban eine flexible Methode ist. Die einzelnen Spalten werden immer an die Anforderungen des Projekts angepasst, sodass mal vier- und mal fünfspaltige Boards besser passen.

Schritt 3: Fertigstellung von Aufgaben
Ist eine Aufgabe erledigt, wandert die Karte in die rechte Spalte “Fertig”.

Regeln der Kanban-Methode

  • Aufgabenlimit bzw. Kartenlimits pro Station
  • Sicherstellung eines kontinuierlichen Workflows
  • Übernahme von Verantwortung durch alle Teammitglieder

Vorteile der Kanban-Methode

  • bessere Auslastung
  • Erhöhung der Arbeitsmotivation durch autonomes Arbeiten einzelner Teams und eigenständiges “Holen” von Aufgaben
  • kürzere Durchlaufzeiten der Arbeitspakete
  • schnelle Iterationen im Projekt
  • Transparenz über die Verteilung der Arbeit und die aktuelle Arbeitssituation (z. B. Probleme und Projektfortschritt)
  • Übertragbarkeit auf viele weitere Bereiche (z. B. Wartung, Administration, Marketing)
  • weniger Widerstand durch Kunden bei der Softwareeinführung

Nachteile der Kanban-Methode

  • Schwierigkeit der Abgrenzung von Aufgaben in Arbeitspakete
  • wenig Augenmerk auf Zeitmanagement

Vergleich der Methoden Kanban und Scrum

Kriterium Kanban Scrum
Aufgabenverteilung Mitarbeiter “holen” sich Aufgaben Mitarbeiter “holen” sich Aufgaben
Charakter agil agil
Eignung Projekte und Routineaufgaben Projekte
Feste Regeln wenig komplex
Iterationen optional vorgeschrieben
Priorisierung frei vorgeschrieben
Rollen nicht fest fest (z. B. Product Owner, Scrum Master, Team)
Transparenz gegeben gegeben
Umfang gering groß
Verantwortung groß groß
Work in Progress begrenzt begrenzt

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