Auf den Punkt gebracht:

Inventur

Bei einer Inventur wird eine Bestandsaufnahme der Vermögensteile und Schulden mittels Zählen, Messen und Wiegen durchgeführt. Dieses Vorgehen ist ein notwendiger Bestandteil zur Erstellung der Bilanz. Grundsätzlich wird zwischen der Buchinventur und der körperlichen Inventur unterschieden.

Das Resultat der Inventur ist das Inventar und damit ein Bestandsverzeichnis, in dem neben dem Gegenstand und der Menge auch der Zustand zu führen ist. Außerdem ist es als dreigeteiltes Verzeichnis auszuweisen (Vermögen, Schulden, Reinvermögen bzw. Eigenkapital).

Inventurarten

Buchinventur
Bei der Buchinventur handelt es sich um die Inventur der nicht körperlich zu erfassenden Werte (z. B. Bankguthaben, Verbindlichkeiten).

Permanente Inventur*
Durch die permanente Inventur werden die Bestände durch die Erfassung von Zu- und Abgängen dauerhaft erfasst.

Stichprobeninventur*
Bei der Stichprobeninventur wird nicht der gesamte Bestand erfasst, sondern nur ein Teil (= eine Stichprobe). Dieses Verfahren spart Zeit und Kosten und darf nur angewandt werden, wenn es unverhältnismäßig wäre, den gesamten Lagerbestand zu betrachten. Über mathematisch-statistische Verfahren wird anschließend aus der Teilmenge die Gesamtmenge berechnet.

Stichtagsinventur
Bei der Stichtagsinventur wird die Inventur an einem festen Tag – i. d. R. am Bilanzstichtag – durchgeführt. Dabei handelt es sich um die geläufigste Form der Inventur.

Verlegte Inventur*
Bei der verlegten Inventur ist es dem Unternehmen erlaubt, seine Inventur drei Monate vor bis zwei Monate nach dem Bilanzstichtag durchzuführen. Zu- und Abgänge, die sich auf die Bestände auswirken, sind allerdings zu berücksichtigen. Das heißt: Bis zum Abschlussstichtag muss eine wertmäßige Fortschreibung vorgenommen werden.

*Inventur-Vereinfachungs-Verfahren

Wenn für Unternehmen die Stichtagsinventur zu viel Aufwand (z. B. durch Personalmangel oder zu viele Waren) bedeuten würde, räumt der Gesetzgeber verschiedene Inventurverfahren ein, die es dem Unternehmen ermöglichen die Inventur nach vorne oder hinten zu verlegen, stichprobenartig oder permanent durchzuführen.

Zeitpunkte für eine Inventur

  • bei Unternehmensgründung oder -übernahme (§ 240 HGB und §§ 140 f. AO)
  • am Ende des Geschäftsjahres
  • bei Unternehmensauflösung oder -veräußerung (§ 240 HGB und §§ 140 f. AO)

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